Forschung für die Komplementärmedizin auf hohem Niveau

Pressemitteilung der Gemeinde Karlsbad, Hans-Dieter Stößer

Zwei Forschungsarbeiten erhalten den Holzschuh-Preis für Komplementärmedizin 2017 in Baden-Baden

Seit vielen Jahren wird auch in der Komplementärmedizin  intensiv und auf hohem Niveau geforscht. Das konnte auch die Jury des Holzschuh-Preises bei der diesjährigen Auswertung der eingereichten Arbeiten feststellen. Eine Vielzahl qualitativ hochwertiger Studien lag dem Gremium vor. Die beiden besten Arbeiten zeigten sich so gleichwertig, dass sich die Jury entschloss, den Preis aufzuteilen. Dieser wurden bei der Medizinischen Woche in Baden-Baden Ende Oktober verliehen. Das Preisgeld in Höhe  von jeweils 2.500 Euro erhielten Catharina Sadaghiani und Friedemann Schad für ihre Forschungsarbeiten.  „Mit der Auszeichnung der beiden Arbeiten wird deutlich“, so Privatdozent Dr. Dominik Irnich, Vorstand der Hufelandgesellschaft, „dass komplementäre (ergänzende) Therapieansätze methodisch sauber erforscht und die Ergebnisse in den Versorgungsalltag umgesetzt werden können.“ Zugleich zeigten die Ergebnisse, dass die ergänzenden Verfahren die Selbststeuerungskräfte im Körper der Patienten anregen können und diesem ermöglichen, sich selbst aktiv in die Behandlung einzubringen. Um herausragende Forschungsarbeiten bekannter zu machen und zu würdigen, wird jährlich der Holzschuh-Preis für Komplementärmedizin von der Karl und Hilde Holzschuh-Stiftung gestiftet und in Zusammenarbeit mit der Hufelandgesellschaft vergeben.  Stiftungsvorstand Ragnar Watteroth unterstrich in seiner Begrüßung, dass die Qualität und das Spektrum der neun eingereichten Arbeiten ein Höchstmaß an Qualität vorweisen und der Preis die Forschung auf dem Gebiet der Komplementärmedizin unterstützen soll.

Pilotstudie zu Überwärmungsbädern bei Depressionen  

Depressionen gehören mit ca. 5 Millionen Betroffenen zu den häufigsten psychischen Erkrankungen in Deutschland und sind ein Hauptgrund für Frühberentung. Die Kosten für medizinische Behandlung, Pflege, Rehabilitation und Prävention belaufen sich jährlich auf mehrere Mrd. Euro. Vor diesem Hintergrund ist eine gut verträgliche und kostengünstige Behandlungsalternative bzw. Begleitbehandlung mit schnell eintretenden Effekten weiterhin wünschenswert und dringend geboten. Überwärmungsbäder werden seit Jahrzehnten in der Naturheilkunde und Anthroposophischen Medizin mit guten Erfahrungen bei Depressionen eingesetzt. Sie können im Prinzip von Patienten zu Hause in der Badewanne durchgeführt werden oder wie in der vorliegenden Studie in einem beheizten Whirlpool in einem Thermalbad. Bislang fehlt allerdings der wissenschaftliche Nachweis durch kontrollierte, randomisierte Studien. Die Preisträgerin Dr. Catharina Sadaghiani konnte nun erstmalig zeigen, dass 20-30 minütige Überwärmungsbäder bei 40°C bereits nach vier Anwendungen eine klinisch bedeutsame Verbesserung der depressiven Symptomatik und der Schlafqualität bewirken. Im Rahmen einer randomisierten (beinhaltet unter anderem klare Untersuchungskriterien) und kontrollierten Studie konnte eine signifikante Überlegenheit der Überwärmungsbäder gegenüber einer Scheinbehandlung nachgewiesen werden. Die Wirksamkeit trat bereits nach zwei Wochen  bzw. vier Anwendungen ein.

Ergänzende Therapien bei der Krebsbehandlung  führen zu mehr Lebensqualität

Viele Patienten im fortgeschrittenen Krebsstadium haben das Bedürfnis, die Lebensqualität in der verbleibenden Zeit zu erhöhen und selbst aktiv etwas dazu beizutragen. Dies spiegelt sich in der häufigen Anwendung integrativ-onkologischer Behandlungen, einer Kombination aus konventionellen und komplementären Therapien, wider. Die Chemotherapie wird deshalb häufig durch Misteltherapie sowie verschiedene nicht-pharmakologische Anwendungen wie Kunst- und Bewegungstherapie ergänzt. Friedemann Schad und seine Arbeitsgruppe untersuchten in einer multizentrische Studie die Umsetzung solcher integrativ-onkologischer Behandlungen und den Zusammenhang zum Überleben der Patienten. Dazu werteten sie Versorgungsdaten für Patienten mit fortgeschrittenem Pankreaskrebs und integrativ-onkologischen Behandlungen aus. Im Ergebnis

konnten sie zeigen, dass Patienten, die zusätzlich zur Chemotherapie mit Mistelanwendungen behandelt wurden, im Mittel knapp fünf Monate länger lebten als Patienten, die nur Chemotherapie erhielten.  

Weitere Infos

www.hufelandgesellschaft.de/holzschuhpreis

 

holzschuhpreis_presse00jpg.jpg
Preisträger Dr. phil. Catharina Sadaghinani, Prof Dr. med. Roman Huber 


holzschuh_preis_2017_1_mschott.jpg
Stiftungsratsvorsitzender Rudi Knodel, stellv. Stiftungsratsvorsitzender Dr Helmut Sauer, Preisträger Dr. phil. Catharina Sadaghinani, Prof Dr. med. Roman Huber, Stiftungsvorstand Ragnar Watteroth, Lautator Dr. med Dominik IIrnich Stellv. Stiftungsvorstand Bernd Künzler. Fotos: Karl- und Hilde Holzschuh-Stiftung.

Presseartikel

Zurück