Ausgezeichnete Studie zeigt auf: Traditionelle Ayurveda-Behandlungskonzepte bei Kniegelenksarthrose wirksam

Maßgeschneiderte Ayurveda-Therapie bei Kniegelenksarthrose ist im Vergleich zur konventionellen Leitlinien-Therapie nachhaltig wirksam

Berlin/Karlsbad, 28.10.2020

Die Holzschuh-Stiftung und die Hufelandgesellschaft zeichneten heute die Arbeit von Christian Kessler und seiner Arbeitsgruppe mit dem Holzschuh-Preis für Komplementärmedizin 2020 aus. Mit dem Preis wird jährlich eine herausragende Forschungsarbeit aus dem Bereich Integrativer Medizin und Komplementärmedizin ausgezeichnet.

Arthrose ist weltweit verbreitet, mehr als 250 Mio. Menschen sind davon betroffen. Es ist auch eine kostenintensive Diagnose, sowohl was die konservativen Therapien als auch den Kniegelenksersatz betrifft. Und obwohl sich die konventionelle Behandlung der Kniegelenksarthrose in den letzten Jahrzehnten spürbar verbessert hat, leiden viele Menschen trotzdem unter Gelenkschmerzen und Einschränkungen der Beweglichkeit. Weitere effektive Behandlungsmöglichkeiten sind deshalb gefragt. 

Ansatzpunkte bietet dafür unter anderem die traditionelle indische Medizin Ayurveda, aus deren Sicht sich Arthrose gut behandeln lässt. Während bisher allerdings meist einzelne  Interventionen, zum Beispiel ayurvedische Heilpflanzen  oder Massagetechniken  wissenschaftlich untersucht wurden, hat die Arbeitsgruppe um Christian Kessler erstmals die Wirksamkeit einer komplexen, multimodalen traditionellen Ayurveda-Therapie mit der konventionellen Standardtherapie verglichen. 

Im Rahmen einer konfirmatorischen randomisierten kontrollierten Studie wurden insgesamt 151 Patienten zufällig in zwei Gruppen eingeteilt. Beide Patientengruppen erhielten in jeweils 15 Terminen über insgesamt 12 Wochen Behandlungen. In der Ayurveda-Gruppe erhielten alle Patienten ausgehend von einer individuellen Ayurveda-Diagnose ayurvedische Behandlungselemente. Zu diesen gehörten ayurvedische Massagen, Ernährungs- und Lebensstilberatung, Nahrungsergänzungen und Knie-Yoga. In der konventionellen Vergleichsgruppe wurden leitlinienkonforme Physiotherapie, Bedarfs- und Dauerschmerzmedikation sowie Ernährungsberatung im Falle von Übergewicht angeboten. Nach 12 Wochen, sowie im Verlauf nach 6 und 12 Monaten wurden die Effekte mit dem international etablierten WOMAC-Index, der die Parameter Schmerzen, Beweglichkeit und Steifigkeit bei Kniegelenksarthrose-Patienten abbildet, gemessen.

Die Ergebnisse können sind interessant:  In beiden Gruppen konnten deutliche Therapieeffekte beobachtet werden. In der Ayurveda-Gruppe hatten sich die Beschwerden jedoch signifikant stärker verbessert als in der konventionellen Gruppe. Auch unter Berücksichtigung aller potentiellen Einflussfaktoren und Limitationen legen die Daten der Studie nahe, dass eine traditionelle Ayurveda-Therapie bei Kniegelenksarthrose unter hiesigen Bedingungen wirksam ist. Bemerkenswert ist auch die im Rahmen der Langzeit-Erhebung beobachtete Nachhaltigkeit der Therapieeffekte nach 6 und 12 Monaten.

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Abbildung: Diagramm der Ergebnisse: WOMAC Index, beide Behandlungen wirksam, die Ayurveda-Behandlung deutlicher, auch 9 Monate nach der aktiven Behandlung noch andauernde Beschwerdereduktion 

So betont den auch Prof. Dr. Harald Walach, Mitglied der Jury, in seiner Bewertung: „Diese Arbeit gehört zum Besten, was ich seit langem gesehen habe: sehr sorgfältig vorbereitet, gut dokumentiert, sehr gut ausgewertet mit extrem guten und daher auch potenziell wegweisenden Ergebnissen." 

Link zur Studienpublikation (Open Access): https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S1063458418300827?via%3Dihub

Die Preisverleihung mit einer Vorstellung der Studie gibt es hier: https://www.youtube.com/watch?v=K8OC2duoIuY

Hufelandgesellschaft - DIE ZUKUNFT DER MEDIZIN IST INTEGRATIV!

Die Mehrheit der Menschen in Deutschland wünscht sich ein Miteinander von Schulmedizin und Komplementärmedizin. Bereits mehr als 60.000 Ärztinnen und Ärzte verbinden beides in ihrer täglichen Praxis. Die Hufelandgesellschaft ist die Stimme dieser integrativ tätigen Ärzteschaft.

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Karl & Hilde Holzschuh Stiftung für die Bürger von Karlsbad 

Um nach dem frühen Tod ihres Sohnes etwas Bleibendes zu schaffen, setzt Hilde Holzschuh auch den Wunsch ihres verstorbenen Gatten im Jahr 2000 um und gründet die "Karl und Hilde Holzschuh-Stiftung". Positiv denkend lässt sie sich von einem Zitat des Philosophen Arthur Schopenhauer leiten: "Im Alter gibt es keinen schöneren Trost, als dass man die ganze Kraft seiner Jugend Werken einverleibt, die nicht mitaltern." 

www.holzschuh-stiftung.de

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