Arbeit zum Fasten bei Typ-1-Diabetes prämiert

Eine Arbeit zum Fasten bei Typ-1-Diabetes wurde mit dem Holzschuh-Preis für Komplementärmedizin ausgezeichnet.

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Verleihung des Holzschuhpreises 2021: die Stiftungsräte Ragnar Watteroth (l.) und Jens Timm (r.) gratulieren der Arbeitsgruppe um Dr. Bettina Berger und Professor David Martin., © Marion Laube / Hufelandgesellschaft

 

Witten. Auch Typ-1-Diabetiker können eine Woche lang fasten: Das hat ein Team um Dr. Bettina Berger von der Universität Witten/Herdecke (UW/H) gezeigt. Die Forscherin wurde dafür mit dem Holzschuh-Preis für Komplementärmedizin ausgezeichnet, berichtet die Universität in einer Mitteilung. Die mit 5000 Euro dotierte Auszeichung wird von der Karl und Hilde Holzschuh-Stiftung vergeben.

Die Jury zur Preisvergabe hält diese Studie für einen wichtigen Meilenstein bei der Behandlung von Typ-1-Diabetikern. Sicherheit und Nutzen des Fastens seien nun gut belegt und sollten auf größere Patientenkollektive angewandt werden, heißt es in der Mitteilung.

Und weiter: Während der Studie blieben die Blutzuckerwerte überwiegend im Zielbereich; es gab keine schweren Hypo- oder Hyperglykämien. Signifikant verbessert hätten sich sowohl direkt nach dem Fasten als auch bei einer Nacherhebung das Gewicht und der BMI.

Verbessertes Diabetes-Management

In der qualitativen Befragung vier Monate nach der Intervention hätten sich deutliche Änderungen im Diabetes-Management gezeigt: mehr Flexibilität im Umgang mit Essvorschriften und die Entwicklung der Fähigkeit zum intermittierenden Fasten (Nutrition 2021; online 22. Januar).

Bisher wird Menschen mit Typ-1-Diabetes vom Fasten abgeraten. Vor allem wird dies mit der komplizierten Steuerung des Insulin-Haushalts begründet. Nur wenige Ärzte oder Ärztinnen sind bereit, Menschen mit Typ-1-Diabetes während des Fastens zu betreuen. (eb)

https://www.aerztezeitung.de/Medizin/arbeit-zum-fasten-bei-typ-1-diabetes-praemiert-425037.html

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